Häufig gestellte Fragen – Visa zwingender Beweis 3.0

FĂĽr wen ist diese Neuerung relevant?

Alle Händler, die Visa-Chargebacks mit dem Code 10.4: Other Fraud–Card Absent Environment (Sonstige Betrugsfälle – Card-Not-Present-Transaktion) erhalten. Dieser steht im Zusammenhang mit Chargebacks wegen Betrugs, die für Zahlungen eingehen, für die die 3D-Secure-Haftungsumkehr keine Anwendung findet, und bei denen der Händler finanziell für Betrugsansprüche haftet.

Wie kann ich von dieser Ă„nderung profitieren?

Vor der Veröffentlichung der neuen Anforderungen war es schwierig für Händler, bei eingehenden Chargebacks wegen Betrugs bei Zahlungen ohne 3DS-Haftungsumkehr erfolgreich nachzuweisen, dass der echte Karteninhaber die angefochtene Transaktion autorisiert hat.

Mit der Neuerung hat Visa neue Datenanforderungen für Händler festgelegt, um ihnen dabei zu helfen, eine existierende Verbindung zwischen dem Karteninhaber und der die Waren oder Dienstleistungen empfangenden Person nachzuweisen, und somit ihre Chancen auf eine erfolgreiche Verteidigung gegen die Anfechtung zu erhöhen.

Welche Anfechtungen sind von der Ă„nderung durch Compelling Evidence 3.0 betroffen?

Diese Neuerung wird eingeführt, um die Chancen eines Händlers zur Verteidigung gegen Anfechtungen wegen Friendly Fraud CNP (Card Not Present) zu verbessern. Allerdings nur diejenigen mit dem Ursachencode 10.4: Other Fraud–Card Absent Environment.

Was ist „Friendly Fraud“?

Friendly Fraud („freundlicher Betrug“) bedeutet, dass ein Karteninhaber (entweder versehentlich oder absichtlich) eine Belastung als Betrug anfechtet, die er selbst autorisiert hat. Der Grund hierfür kann sein, dass er die Transaktion nicht erkennt oder absichtlich die Dienstleistungen/Waren verwenden möchte, ohne dafür zu bezahlen.

Wann tritt diese Ă„nderung in Kraft?

Das von Visa angegebene Datum ist der 15. April 2023.

Wie lauten die Anforderungen und was bedeuten sie?

Im Rahmen der Visa-Initiative zur Einführung zusätzlicher Schutzmechanismen vor unrechtmäßigen Anfechtungen im Zusammenhang mit Chargebacks mit dem Ursachencode „10.4: Other Fraud–Card Absent Environment“ müssen Händler Folgendes zur Verfügung stellen:

  • Mindestens zwei dieser zentralen Datenelemente:
    • Benutzer-ID (Kundenkonto-ID/Anmeldename/Kunden-E-Mail)
    • IP-Adresse
    • deliveryAddress
    • Geräte-ID/Geräte-Fingerabdruck
  • Mindestens zwei Transaktionen mit derselben Zahlungsmethode, die mindestens 120 und höchstens 365 Tage vor dem Datum der Anfechtung abgewickelt wurden. Jede dieser Transaktionen darf nicht angefochten worden sein und es darf sich nicht um Betrugsfälle handeln.
  • Mindestens zwei der zentralen Datenelemente zwischen frĂĽheren Transaktionen und der angefochtenen Transaktion mĂĽssen ĂĽbereinstimmen und eines der zwei Elemente muss entweder die IP-Adresse oder die Geräte-ID sein.
  • Die 120-Kalendertage-Regel gilt nicht, wenn es sich bei den anderen, nicht angefochtenen Transaktionen um Original Credit Transactions (OCT) handelt. Eine Original Credit Transaction ist eine Transaktion, die Gelder direkt auf das berechtigte Konto eines Empfängers leitet. Anders als bei einer Kauftransaktion, bei der das Konto eines Karteninhabers belastet wird, erhält bei einer OCT das Konto des Karteninhabers eine Gutschrift (z. B. Refunds usw.).

Gibt es zusätzliche Nachweise, die Händler einreichen können, um ihre Verteidigung zu unterstützen?

Zusätzlich zu den vorgenannten erforderlichen Nachweisen können Händler versuchen, ihre Chancen auf eine erfolgreiche Verteidigung gegen die Anfechtung zu erhöhen, indem sie den Karteninhaber mit dem Empfänger der Waren oder Dienstleistungen in Verbindung bringen. Hierfür können sie die folgenden zusätzlichen Informationen einreichen:

  • Nachweis aus den sozialen Netzwerken des Karteninhabers, in denen er sichtbar von den Dienstleistungen profitiert oder die Waren nutzt (z. B. Foto des Karteninhabers mit der Sonnenbrille, deren Kauf er als betrĂĽgerische Zahlung angefochten hat).
  • Aufnahme der Ăśberwachungskamera am Händlerstandort, die den Karteninhaber dabei zeigt, wie er die Waren abholt oder die Dienstleistungen in Anspruch nimmt.
  • Während der Lieferung aufgenommene Fotos.
  • Schriftliche Korrespondenz mit dem Karteninhaber, die nachweist, dass dieser die Waren oder Dienstleistungen erhalten hat.
  • Beispiele fĂĽr Nachweis-E-Mails:
    • E-Mail-Nachricht vom Karteninhaber, in der er angibt, dass er die Waren erhalten hat.
    • Nachfragen an den Händler, wie die Artikel montiert oder zum Laufen gebracht werden usw.

Wie können Händler diese zusätzlichen Informationen bei Adyen einreichen?

Wenden Sie sich an unser Support-Team.

Was geschieht, wenn Händler die Anforderungen von Compelling Evidence 3.0 nicht erfüllen können?

Das Ziel der neuen Anforderungen ist, zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen unrechtmäßige Anfechtungen einzuführen und somit die Chancen des Händlers auf eine erfolgreiche Verteidigung gegen den Chargeback-Ursachencode „10.4: Other Fraud–Card Absent Environment“ zu erhöhen.

Wenn ein Händler die neuen Anforderungen nicht erfüllt, kann er dem Business-as-Usual-Verfahren folgen.

Hat sich der Prozess zur Verteidigung gegen eine Anfechtung geändert?

Nein, der Prozess zur Verteidigung gegen eine Anfechtung bleibt gleich. Indem sie die neuen Anforderungen befolgen, steigern Händler ihre Chancen auf eine erfolgreiche Verteidigung. Diese ist jedoch nicht garantiert.

Sie möchten weitere Informationen erhalten?

Bitte lesen Sie das von Visa bereitgestellte FAQ-Dokument.